Wie verschwinden Dienstwaffen?

Freitag 14. März 2008 von ymo

4581 Dienstwaffen sind also sein 1969 verschwunden. Auf den ersten Blick ist das ja nicht soo viel. Immer sind das ca. 100 Stk. im Jahr. Oder sagen wir mal zwei pro Woche. Tönt schon krasser. Was ist wohl mit diesen Waffen geschehen? Wenn man eine Waffe verliert oder liegen lässt, könnte man ja annehmen, dass sie wieder auftaucht. Wenn man sie selber nicht mehr findet, macht man natürlich eine Diebstahlanzeige. Andernfalls müsste man ja selber dafür aufkommen.

Ich habe selber erlebt, wie gut die Armee zu ihren Waffen schaut.

Ich hatte 1991 auf Grund eines Auslandsurlaubs meine Ausrüstung im Zeughaus abgegeben. Als ich wieder zurück war, bekam ich vom Militär die Aufforderung, das Material wieder abzuholen. Freundlicherweise lag eine Bestellkarte bei, mit der ich mir die Ausrüstung per Cargo Domizil schicken lassen konnte. Dieses Angebot schien mir praktisch und ich ging davon aus, dass ich den Krempel dann am Bahnhof abholen konnte. Als ich ein paar Tage später von der Arbeit nach Hause kam, lag die ganze Ausrüstung im Treppenhaus, wo es auch Kinder hatte. Es waren alle Heiligtümer vorhanden. Sturmgewehr mit eingelegtem Verschluss, Schutzmaske, Notmunition - alles was für einen kleinen Amoklauf nützlich wäre.

Es wird endlich Zeit, dass dieses Zeugs im Zeughaus verschwindet oder gleich ganz abgeschafft wird. Möglichst heute statt morgen.

Dieser Beitrag wurde erstellt am Freitag 14. März 2008 um 12:50 und abgelegt unter . Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

Ein Kommentar über “Wie verschwinden Dienstwaffen?”

  1. civilcourage schrieb:

    Genau diese Zahlen habe ich bei der Deponierung meines Sturmgewehres am 18.03.2008 im Zeughaus Zürich dem zuständigen Zeughäusler vorgelegt. Alle ca. 3,5 Tage verschwindet eine Waffe der Schweizer Armee.
    Eine Antwort bekam ich nicht. Der gute Mann hatte keine schlagkräftigen Argumente mehr auf Lager. Tja, er sollte wohl auch langsam aber sicher die Praktiken seines Arbeitsgebers in Frage stellen!

    Das einzige Argument, welches er gerne gebetsmühlenartig breit schlug, war folgendes: man entziehe ja auch nicht allen Autofahrern das Auto, nur weil es ein paar Raser gäbe… Rita Fuhrer lässt grüssen… Einsicht ist wohl nicht des guten Mannes Stärke ;-)

    Wenn es euch interessiert, wie die Geschichte der “illegalen” Waffendeponierung weiter geht, so findet ihr alle Infos unter http://waffendeponierung.wordpress.com

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